Posted on 3. Oktober 2010
Seltene Anblicke und kapitale Trophäen sind der Lohn des Waidmannes, der mit wachem Auge, viel Geduld und warmen Unterhosen gefühlte Ewigkeiten auf dem Ansitz ausharrt, aber tack!tack!tack! blitzartig eine schnelle Folge von gezielten Schüssen abgeben kann, wenn urplötzlich der Megaloceros aus dem Dickicht bricht. Wie im Wald-Forst, wo der Eiszeithirsch in den letzten Jahrhunderten ein wahrlich seltener Anblick geworden ist, glaubt im Sound-Forest keiner an die Existenz fliegende Keyboarder.
Denn hat man soetwas schon mal gesehen? Fotos von Gitarristen im Flug, auch schon eine recht seltene Spezies, die nagelt sich der Konzertfotograf üblicherweise an die Wand wie sonst ein Jägersmann den kapitalen Acht-Ender. So gesehen wäre das obige Bild das konzertfotografische Gegenstück zum Zwölf-Ender. Oder wäre das Jägerlatein?
Posted on 3. Oktober 2010

Auch schon wieder eine Weile her und zu lange in der Bilder-Hochlade-Warteschleife ist der Erbacher Stadtlauf.
Das Herbst-Pendant zum Frühjahrsrennen in der Nachbarstadt ist bei weitem nicht so beschaulich wie der Michelstädter Lauf zum Bienenmarkt. Von Kennern wird er nur für Läufer empfohlen, die die Zähne zusammenbeissen können und nicht nur den inneren Schweinhund, sondern auch sich selber mal gerne ein wenig quälen mögen. Während Michelstadt als Härtetest lediglich ein wenig buckliges Kopfsteinpflaster und einen leichten Anstieg zum Ziel zu bieten hat, geht es in der Kreisstadt wirklich zur Sache: Slalom durch den Kerwemarkt, bei Gefallen auch mit Publikums-Bodycheck, „wayfinding“ durchs Städtchen, und – weil wir hier im Gebirge sind – pro Runde ein alpinen Standards genügender Anstieg über den Treppenweg. Dabei sind seltsamerweise die Treppenstufen für die Läufer tabu, das wäre wohl zu einfach. Ich hab nix riskiert und bin im Start-Ziel-Bereich geblieben.
Lauter Finalistinnen und Finalisten gibt es im Fotoalbum und der Diaschau zu sehen: